Selbach-Oster Jahrgang 2009 an der Mosel-Zwischenbericht per 22.10. 2009
Per heute, 22.Oktober., haben wir "Halbzeit" und sind rundum zufrieden mit der Qualität bei insgesamt kleinerer Menge als erwartet.
Das herrliche Wetter im August und September hat den Trauben einen guten Gesundheitszustand bei exzellenter Reife und guten Säurewerten gegeben. Das Oktoberwetter war bisher auch insgesamt kooperativ. Etwas Regen in der zweiten Oktoberwoche hat die Entwicklung Botrytis angeregt und wir haben die seit 10 Tagen Auswahl zwischen guter Botrytis ( keine Graufäule und auch kein Essig ) und wunderschönen, immer noch gesunden Trauben. Selektive Lese lohnt sich, je nachdem ob man fruchtsüße oder trockene Weine machen möchte. Für beide Stilrichtungen ist sehr gutes Traubenmaterial in Hülle und Fülle vorhanden.
Auf das warme Wetter Anfang Oktober ( mit Temperaturen bis 25° C ) folgte ein Kälteeinbruch mit Temperaturen die nachts knapp über dem Gefrierpunkt lagen. Die trockene Kälte führte zu schneller Abtrocknung und Verdunstung der Feuchtigkeit mit der Folge weiterer Konzentration in den Beeren. Die Mostgewichte sind insgesamt sehr hoch.
Wir haben sehr kurz angeschnitten und an den Stöcken hängen Bilderbuchtrauben, vollreif, aromatisch und mit einer auch im hohen Reifestadium sehr lebendigen, gesunden Säure. Der Weinsäureanteil ist in diesem Jahr sehr hoch, über 75%, d.h. wir können harmonische, bestens balancierte Weine erwarten.
Die Oechslegrade liegen jetzt im Schnitt bei 95°, z. T. bis 110°, "am Stück" gelesen. Es wird alle Qualitätsstufen von QbA bis TBA geben, wobei der Anteil QbA und Kabinett in 2009 sehr klein sein wird und es bei den eleganten, leichten Weinen sicherlich knapp wird. Hier bieten sich die 2008er an, besonders, wenn "klassische", elegante Kabinettweine gefragt sind.
Insgesamt gesehen hat 2009 das Potential ein "großer" Jahrgang zu werden, bei kleiner Menge.
Zeltingen, 22. Oktober 2009
Johannes Selbach